Design / Fotografie © Hang Su
GESTURES OF HORIZON stellt das Leben und Wirken der deutschen Mathematikerin, Physikerin und Forscherin Maria Reiche (1903–1998), die ihr Leben der Erforschung und dem Schutz der Nasca-Linien in Peru widmete, in das Zentrum einer vielschichtigen Klanginstallation.
Darin untersuchen Hang Su (Komposition) und Nina DeLudemann (Szenografie) gemeinsam mit Musiker:innen des Ensemble MAM.manufaktur für aktuelle musik Maria Reiches Forschungsweisen und deren Resonanz in der Gegenwart: Einst waren es Zeichnungen, die Menschen in den Wüstenboden eingravierten; heute häufen sich dort Berge ausrangierter Textilien. GESTURES OF HORIZON lädt dazu ein, Perspektiven zu wechseln und die Reichweite des eigenen Handelns neu zu vermessen.
Auf einer Bühne aus Schleifpapier erschaffen die Performer:innen mit eigens entwickelten Klangobjekten eine Landschaft, in der das Publikum dazu eingeladen sind, die Weite der peruanischen Wüste zu imaginieren, aber auch zu erleben, wie nah sie der eigenen Erfahrung sein kann. 486 Meter weiße Zollstöcke markieren den Höhenunterschied zwischen Berlin und Nazca. Von den Performer:innen werden sie zu unterschiedlichen Gebilden geformt, die mal den Wüstenzeichnungen ähneln, mal den Bergen aus Altkleidung, die Industrieländer heute in südamerikanischen Wüsten ablagern. Aus diesen Textilbergen recycelt sind auch die Kostüme und Decken, auf denen die Besucher:innen in der Installation Platz nehmen können.
Inspiriert von Maria Reiches entgrenzendem Lebensweg verwischt die Installation feste Zuschreibungen dessen, was hier und jetzt ist, und eröffnet Möglichkeiten, gemeinsam Abwesendes und Vergangenes zu beobachten. Für GESTURES OF HORIZON wurden Fotografien, Notizen und Zeichnungen aus Reiches Nachlass in Klang, Bewegung und räumliche Strukturen übersetzt.
Gleichzeitig richtet die Produktion den Blick auf aktuelle globale Verflechtungen. Die Frage, wie Landschaften durch menschliches Handeln geprägt werden, verbindet den Blick auf die Nazca-Wüste heute mit den Beobachtungen Maria Reiches.
ENG
GESTURES OF HORIZON places the life and work of the German mathematician, physicist, and researcher Maria Reiche (1903–1998), who devoted her life to the study and preservation of the Nazca Lines in Peru, at the center of a multi-layered sound installation.
In this work, Hang Su (composition) and Nina DeLudemann (scenography), together with musicians from Ensemble MAM.manufaktur für aktuelle musik, explore Maria Reiche’s methods of research and their resonance in the present. Once, people engraved drawings into the desert floor; today, mountains of discarded textiles accumulate in the same landscape. GESTURES OF HORIZON invites audiences to shift perspectives and reconsider the reach and consequences of their own actions.
On a stage made of sandpaper, the performers create an immersive sonic landscape using specially designed sound objects. Visitors are invited to imagine the vastness of the Peruvian desert while also experiencing how closely it connects to their own lives. A total of 486 meters of white folding rulers marks the difference in elevation between Berlin and Nazca. Throughout the performance, the rulers are transformed into changing sculptural forms that at times resemble the Nazca geoglyphs and at others evoke the mountains of discarded clothing that industrialized nations export to South American deserts. The costumes worn by the performers and the blankets on which visitors are invited to sit are likewise made from recycled textiles originating from these discarded garments.
Inspired by Maria Reiche’s boundary-crossing life, the installation dissolves fixed notions of presence, place, and time, opening a shared space in which absent and past realities can be perceived together. For GESTURES OF HORIZON, photographs, notes, and drawings from Reiche’s archive have been translated into sound, movement, and spatial structures.
At the same time, the production draws attention to contemporary global interconnections. The question of how landscapes are shaped by human activity links Maria Reiche’s observations with the realities of the Nazca Desert today.
Termine
freier Eintritt, Einlass jederzeit während der Öffnungszeiten:
5. August 2026:
17 Uhr bis Sonnenuntergang (20:52)
6. August 2026:
5:35 Sonnenaufgangsspaziergang (ca. eine Stunde) mit Start und Endpunkt in der
Ausstellung bis Sonnenuntergang (20:48)
Ort
roam space e.V.
Lindenstraße 91
10969 Berlin
Konzept und künstlerische Leitung
Hang Su (Komposition)
Nina DeLudemann (Szenographie)
Katja Cheraneva (Movement Coach)
Paul Hübner (Produktionsleitung)
Mit
MAM.manufaktur für aktuelle musik
Sabrina Ma
Caleb Salgado
Weitere Informationen zu Programmpunkten werden auf dieser Seite bekannt gegeben:
Das Projekt entstand im Rahmen einer Prozessförderung des Fonds Darstellende Künste e. V. Die Komposition wurde durch Stipendien der Stadt Leipzig und der GEMA unterstützt. Die Wiederaufnahme wurde durch eine Förderung des Musikfonds e. V. ermöglicht.